Agenda 2063- „The Africa we want“

Kategorie: Inhaltlich-handlungsorientiert

Veranstalter und Ort: 

  • Zentrum für Mission und Ökumene
  • Hamburg-Rahlstedt

Datum: 

12.06.2020 bis 14.06.2020

Der Entwicklungsbegriff wird vielfach in Frage gestellt. Welche Entwicklungsziele sind sinnvoll, umweltverträglich und realistisch? Wer entscheidet, anhand welcher Kriterien der Grad von „Entwicklung“ gemessen wird - BIP, Pro-Kopf-Einkommen oder „Glücksindex“? Wie lassen sich lokale, geographische oder kulturelle Besonderheiten berücksichtigen? Was bremst oder behindert die „Entwicklung“ in Afrika? Und wo sind die Grenzen der „Entwicklung“?

Anhand der Agenda 2063 – „The Africa we want“ beschäftigen wir uns mit diesen Fragen. Die Agenda 2063 wurde anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Afrikanischen Union 2013 entwickelt. In den ersten 50 Jahren ihres Bestehens hatte sich die Afrikanische Union v.a. für die Unabhängigkeit der afrikanischen Länder, für die Abschaffung von Kolonialismus und Apartheid eingesetzt. Mit der Agenda 2063 hat sich die Afrikanische Union neue Ziele gesetzt: Die Agenda beinhaltet einen ehrgeizigen Entwicklungsplan für die nächsten 50 Jahre, der insbesondere die Einheit Afrikas, den innerafrikanischen Handel und die Nutzung der menschlichen Ressourcen des Kontinents betont.

Afrika will politisch, wirtschaftlich und kulturell als gleichwertiges Gegenüber Europas anerkannt werden. Doch hierfür ist auf beiden Seiten ein Mentalitätswechsel notwendig – Selbstbild und Wahrnehmung des anderen müssen grundsätzlich revidiert werden, denn das Erbe der Kolonialzeit ist in den Köpfen noch immer stark präsent.

Mit Hilfe der Ausstellung „Schwarz ist der Ozean“ werden wir uns mit den geschichtlichen Bedingungen der aktuellen Situation in Afrika auseinandersetzen. Wir werden politische Entscheidungen, Abkommen und Strukturen ansehen, die der Verwirklichung der Agenda 2063 oder der SDGs entgegenstehen. Und indem wir uns die Errungenschaften Afrikas vor Augen führen, werden wir unser eigenes Afrika-Bild überdenken. Wir sammeln Thesen und Argumente, um Stammtisch-Floskeln entgegentreten zu können und machen uns deutlich, welche Handlungsoptionen wir selbst haben.  Der Austausch mit Menschen afrikanischer Herkunft spielt bei all dem eine sehr wichtige Rolle.